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Was ist das Toddy Cold Brew System?
Das Toddy ist ein passives Immersions-Cold-Brew-System: Gemahlener Kaffee zieht in kaltem Wasser in einem Kunststoffbehälter, läuft dann durch einen wiederverwendbaren Gummistopfen und einen Einwegpapierfilter in eine Glaskaraffe ab. Kein Strom, keine beweglichen Teile, keine Technik erforderlich.
Foto: Helena Lopes via Pexels
Das Toddy gibt es seit 1964 – entwickelt vom Chemieingenieur Todd Simpson, dem auffiel, dass kalt gebrühter Kaffee sein Magen besser verträgt. Das Design hat sich seitdem kaum verändert, was entweder ein Beweis seiner Funktionalität ist oder zeigt, dass Toddy keine Innovation betreibt. Wahrscheinlich beides.
Das aktuelle Set enthält:
- Kunststoffbehälter (fasst ca. 340 g gemahlenen Kaffee)
- Glaskaraffe (1 Liter Fassungsvermögen)
- Gummistopfen (wiederverwendbar, dichtet das Abflussloch während des Brühens ab)
- Filzpadfilter (wiederverwendbar, liegt im Behälter)
- 2 Papierfilter (Verbrauchsmaterial, auf dem Filzpad platziert)
- Deckel für die Karaffe
Der Straßenpreis liegt konstant bei ca. 45–50 USD.
Toddy Cold Brew Test: Brühqualität
Das Konzentrat, das das Toddy produziert, ist wirklich ausgezeichnet – klar, weich und deutlich säureärmer als heißgebrühter Kaffee. Schokoladen- und Karamellnoten kommen klar durch. Das Doppelfiltersystem (Filzpad + Papier) entfernt die meisten Öle und Feinpartikel und liefert ein helles, sedimentfreies Konzentrat.
Foto: Sóc Năng Động via Pexels
Das Standardrezept (340 g grob gemahlener Kaffee auf 7 Tassen Wasser) ergibt ein 2:1-Konzentrat, das man 1:1 mit Wasser oder Milch verdünnt. Dieses Verhältnis ist anpassbar – weniger Kaffee für ein milderes Getränk, mehr für eine stärkere Basis.
Die Brühzeit beträgt 12–24 Stunden im Kühlschrank. Niedrige Temperaturen verlangsamen die Extraktion und reduzieren die Säure – das ist der eigentliche Zweck. Brühen bei Zimmertemperatur verkürzt die Zeit auf 8–12 Stunden, bringt aber mehr Bitterkeit.
Vergleich mit anderen Cold-Brew-Methoden
| Methode | Klarheit | Körper | Aktive Zeit | Gerätekosten |
|---|---|---|---|---|
| Toddy (Immersion) | Hoch | Voll | ~5 Min. | ~48 $ |
| Einmachglas + Käsetuch | Mittel | Voll | ~15 Min. | <5 $ |
| Cold-Drip-Tower | Sehr hoch | Leichter | ~30 Min. Aufbau | 80–300 $+ |
| French Press Cold Brew | Mittel | Voller, öliger | ~10 Min. | 25–60 $ |
| Filtron (eingestellt) | Hoch | Voll | ~5 Min. | N/A |
Das Toddy schlägt Einmachglas-Methoden rein durch den Filtrations-Komfort. Gegenüber Drip-Towers verliert es bei Klarheit und Geschmacksnuancen, aber Drip-Towers kosten das 4–10-Fache.
Verarbeitungsqualität und Haltbarkeit
Ehrliche Einschätzung: Der Kunststoffbehälter fühlt sich billig an, weil er es ist. Er besteht aus lebensmittelechtem BPA-freiem Polypropylen, verkratzt aber leicht und der Gummistopfen degradiert nach 12–18 Monaten regelmäßiger Nutzung. Die Glaskaraffe hingegen ist solide und wird die Kunststoffteile voraussichtlich um Jahre überdauern.
Foto: Dagmara Dombrovska via Pexels
Ersatzteile sind direkt bei Toddy erhältlich – Stopfen, Filzfilter und Papierfilter werden alle separat verkauft. Das ist einerseits gut (das System ist nicht wegwerfbar) und leicht lästig (Papierfilter müssen nachbestellt werden). Ein 10er-Pack Papierfilter kostet ca. 4 $.
Das Filzpad ist für etwa 10 Verwendungen ausgelegt, bevor es ersetzt werden muss. Bei zweimal wöchentlichem Brühen sind das etwa 5 Wochen pro Filzpad – nicht schlecht, aber in die Kostenrechnung einbeziehen.
Bekannte Schwachstellen
- Gummistopfen: Wird klebrig und reißt bei längerem Gebrauch. Alle 12–18 Monate ersetzen (~5 $).
- Papierfilter: Einmalverwendung pro Brühvorgang. Am besten im Bulk kaufen.
- Filzpad: Muss regelmäßig ersetzt und zwischen den Verwendungen ordentlich getrocknet werden, um Schimmelbildung zu vermeiden.
- Karaffedeckel: Funktional, aber nicht luftdicht – das fertige Konzentrat hält sich unabhängig davon 2 Wochen im Kühlschrank.
Benutzerfreundlichkeit
Das Toddy ist so narrensicher, wie Cold Brew nur sein kann. Kaffee einfüllen, Wasser in zwei Schritten zugeben (Kaffeesatz anfeuchten, 5 Minuten warten, restliches Wasser zugeben), kühlen, abfließen lassen wenn fertig. Der einzige echte Fehler, den man machen kann, ist zu vergessen, den Stopfen vor dem Wasserzufüllen zu verschließen – ein Fehler, den man nur einmal macht.
Foto: CAPITAL9GOLD via Pexels
Die Vorbereitung dauert unter 5 Minuten. Die Reinigung dauert etwas länger, weil nasser Kaffeesatz in einem breiten Kunststoffbehälter grundsätzlich unordentlich ist – gründlich ausspülen, sonst nimmt das Filzpad Gerüche an.
Ein echter Komfortmangel: Der Abflussprozess dauert 20–30 Minuten, während derer man nichts mit dem Konzentrat anfangen kann. Passiv, ja – aber man muss zu Hause sein.
Für wen ist das Toddy geeignet?
Kaufen, wenn: Man zu Hause mit minimalem Aufwand gleichmäßiges Cold-Brew-Konzentrat möchte, 2–3 Mal pro Woche brüht und die laufenden Papierfilterkosten akzeptabel findet.
Überspringen, wenn: Man Nitro Cold Brew möchte (dafür braucht man ein separates System), seltener als einmal pro Woche brüht (die Filterkosten fallen dann überproportional ins Gewicht) oder auf Zero-Waste-Brühen Wert legt (die Papierfilter sind Einwegprodukte).
Die wichtigste Konkurrenz in dieser Preisklasse ist der OXO Good Grips Cold Brew Coffee Maker, der ein wiederverwendbares Mesh-Filter verwendet (keine Papierfilter, keine laufenden Kosten) und ein Druckknopf-Ablassventil hat. Er kostet ca. 50 $ und liefert vergleichbare Qualität. Der leichte Vorteil des Toddy liegt bei der Filtrationsklarheit – das OXO-Mesh lässt minimal mehr Sediment durch.
Für größere Mengen skaliert das Toddy Commercial Cold Brew System denselben Mechanismus auf etwa 900 g Kaffee hoch – für die meisten Haushalte überdimensioniert, aber ausgezeichnet für kleine Cafés.
→ Siehe auch:
- Cold Brew Coffee: Der vollständige Leitfaden (Verhältnis, Methode, Lagerung)
- Cold Brew Coffee Verhältnisrechner
- Cold Brew Coffee zu Hause zubereiten
FAQ
Lohnt sich das Toddy Cold Brew System 2026 noch? Ja, wenn man regelmäßig Cold Brew brüht. Die Anschaffungskosten von ca. 48 $ amortisieren sich schnell gegenüber gekauftem Flaschen-Cold-Brew, und die Qualität ist konstant hoch. Die laufenden Papierfilterkosten (~0,40 $ pro Brühvorgang) sind der einzige nennenswerte Nachteil.
Wie lange hält Cold Brew in der Toddy-Karaffe? Ordentlich verschlossen und gekühlt hält sich Cold-Brew-Konzentrat bis zu 2 Wochen. Der Karaffedeckel ist nicht luftdicht – das Umfüllen in ein Einmachglas oder einen luftdichten Behälter kann die Frische etwas verlängern, obwohl die meisten Brauer es ohnehin weit vor 2 Wochen aufgebraucht haben.
Kann ich das Toddy ohne Papierfilter verwenden? Technisch ja – das Filzpad allein lässt das Konzentrat ablaufen. Das Ergebnis hat mehr Feinpartikel und etwas mehr Körper. Manche Brauer bevorzugen das. Toddy empfiehlt es nicht, da Sediment schneller bitter werden kann, was die Haltbarkeit verkürzt.
Welche Mahlgradeinstellung benötigt das Toddy? Grob gemahlen – etwa die Konsistenz von Rohzucker oder grobem Meersalz. Feines Mahlgut verstopft den Papierfilter und verlangsamt den Ablauf dramatisch (oder stoppt ihn ganz). Wer mit seinem Mahlwerk nicht grob genug mahlen kann, hat hiermit ein gutes Argument für ein Upgrade – zum Beispiel auf die Baratza Encore
Wie viel Cold Brew ergibt das Toddy pro Ansatz? Der Standardansatz ergibt ca. 950 ml Konzentrat (1 Liter abzüglich einer kleinen Menge, die der Kaffeesatz aufnimmt). Bei 1:1-Verdünnung sind das ca. 1,9 Liter – etwa 8 Standardportionen.
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