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Kurzzusammenfassung: Der Capresso Infinity Plus ist ein solides Kegelmahlwerk für Filterkaffee, Pour-over und French Press — für Espresso reicht die Mahlkonsistenz jedoch nicht aus. Für rund 100 € bietet er eine überdurchschnittliche Verarbeitungsqualität und eine leise Betriebsweise, was ihn zur besten Einsteigeroption für Filterkaffeetrinker macht, die keine Espresso-Präzision benötigen.
Was ist der Capresso Infinity Plus?
Der Capresso Infinity Plus ist ein Kegelmahlwerk mit 16 Mahlstufen, einem getriebeuntersetzten Motor für leisen Betrieb und einem Gehäuse aus Zinkdruckguss. Er mahlt zuverlässig für die meisten Brühmethoden zu einem Preis, den kaum ein Konkurrent unterbietet — allerdings begrenzen die rastende Verstellung und die mittelklassigen Mahlscheiben sein Potenzial.
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Capresso ist seit Langem im Heimmahlwerk-Segment tätig und weiß, was Käufer im Einstiegsbereich wirklich brauchen: etwas Leiseres als ein Klingenschneider, etwas, das nicht nach drei Monaten den Geist aufgibt, und etwas, das eine halbwegs gleichmäßige Partikelgröße liefert. Der Infinity Plus erfüllt alle drei Punkte.
Das „Plus“ gegenüber dem ursprünglichen Infinity bringt einen metallbeschichteten Mahlgutbehälter und einen leicht überarbeiteten Mahlscheibensatz. Kein dramatisches Upgrade — aber wer 2026 neu kauft, sollte diese Version wählen.
Mahlqualität: Stärken und Schwächen
Für Filtermethoden — Drip, Pour-over, French Press und Cold Brew — liefert der Infinity Plus ein gleichmäßiges, feinstaubarmes Ergebnis, das mit Mahlwerken im Preisbereich von 150–180 € konkurriert. Für Espresso sind die rastenden Stufen zu grob und zu weit voneinander entfernt, um präzise einzustellen.
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Die konischen Stahlmahlscheiben drehen mit 450 U/min über einen getriebeuntersetzten Motor. Diese niedrige Drehzahl ist entscheidend: Sie reduziert die Wärmeentwicklung beim Mahlen und senkt den Geräuschpegel auf rund 65 dB — spürbar leiser als direktangetriebene Konkurrenzmodelle in derselben Preisklasse.
Die Mahlgleichmäßigkeit bei groben bis mittleren Einstellungen (Stufen 4–8 von 16) ist wirklich gut. Die Partikelverteilung ist eng genug, dass der Pour-over nicht trüb schmeckt. Schwächen zeigen sich erst im feinen Bereich — Stufen 1–3 produzieren mehr Feinstaub, und die Abstände zwischen den Stufen sind zu groß, um die Espressoextraktion sinnvoll feinzujustieren.
Rastende Verstellung: Für die meisten Zwecke ausreichend
Sechzehn Stufen klingen einschränkend. In der Praxis ist das für Filterkaffee kein Problem. Drip-Kaffee liegt typischerweise bei Stufe 5–7, French Press bei 8–10 und Cold Brew bei 10–12. Man findet seine Einstellung und bleibt dabei.
Das Problem tritt erst auf, wenn man bei Bohnenwechseln Wiederholbarkeit braucht. Da jede Stufe fest ist, muss man bei einer neuen äthiopischen Natural-Bohne, deren ideale Mahlung zwischen Stufe 6 und 7 liegt, einen Kompromiss eingehen statt präzise einzustellen.
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Verarbeitung und Design
Gehäuse aus Zinkdruckguss, ein abnehmbarer Bohnenbehälter (250 g) mit einem Deckel, der wirklich schließt, und ein antistatischer Mahlgutbehälter. Die gesamte physische Verarbeitung vermittelt Langlebigkeit — ungewöhnlich in dieser Preisklasse.
Das Stellmaß ist kompakt: ca. 13 × 22 × 28 cm. Es passt unter die meisten Küchenschränke. Das Timerwählrad an der Front steuert die Mahldauer in Sekunden — ein grober Proxy für die Dosiermenge, kein Präzisionswerkzeug, aber praktikabel, sobald man es auf das eigene Setup kalibriert hat.
Ein Kritikpunkt, der in der Diskussion um den Capresso Infinity Plus immer wieder auftaucht: Statik. Trotz des Metallbehälters beim Plus-Modell haftet fein gemahlener Kaffee in trockenen Umgebungen noch an den Wänden. Einige Tropfen Wasser auf die Bohnen vor dem Mahlen (die Ross Droplet Technique) beseitigt das Problem nahezu vollständig.
Technische Daten
| Merkmal | Capresso Infinity Plus |
|---|---|
| Mahlscheibentyp | Konischer Stahl |
| Mahlscheibengröße | ~38 mm |
| Mahlstufen | 16 (rastend) |
| Motordrehzahl | 450 U/min (getriebeuntersetzt) |
| Bohnenbehälter | 250 g (8,8 oz) |
| Mahlgutbehälter | ~115 g, metallbeschichtet |
| Geräuschpegel | ~65 dB |
| Abmessungen | ca. 13 × 22 × 28 cm |
| Gewicht | ca. 1,6 kg |
| Garantie | 1 Jahr |
Vergleich mit Konkurrenzmodellen
| Mahlwerk | Preis | Mahlscheibentyp | Espressotauglich | Ideal für |
|---|---|---|---|---|
| Capresso Infinity Plus | ~100 € | Konischer Stahl | Nein | Filterkaffee, Drip |
| Baratza Encore ESP | ~195 € | Konischer Stahl | Ja (Basis) | Filter + Einsteiger-Espresso |
| OXO Brew Conical Burr | ~100 € | Konischer Stahl | Nein | Drip, Pour-over |
| Cuisinart DBM-8 | ~50 € | Flacher Stahl (mindere Qualität) | Nein | Budget-Drip |
Der engste Konkurrent des Infinity Plus zum gleichen Preis ist der OXO Brew. Der OXO punktet bei der Mahlstufengranularität (15 Stufen mit Mikroschritte); der Capresso bei Verarbeitungsqualität und Lautstärke. Für reinen Filterkaffee ist es praktisch eine Münzwurfsache — die Wahl hängt wahrscheinlich davon ab, welches Modell gerade im Angebot ist.
Wer auch nur ansatzweise an Espresso denkt, sollte beide überspringen und die zusätzlichen 95 € in den Baratza Encore ESP investieren. Scheibengeometrie und Verstellbereich sind einer anderen Kategorie.
Für wen lohnt sich der Capresso Infinity Plus?
Drip- / Pour-over-Trinker: Klare Kaufempfehlung. Ein Mahlwerk, das über seinem Preis spielt, leise läuft und hält. Die 16 Stufen decken alles Notwendige ab.
French-Press- / Cold-Brew-Trinker: Klare Kaufempfehlung. Der grobe Bereich ist das, wo dieses Mahlwerk am konsistentesten arbeitet.
AeroPress-Nutzer: Gute Wahl mit Einschränkungen. AeroPress funktioniert mit mittleren bis feinen Einstellungen, bei denen der Infinity Plus noch kompetent ist — espressofeines Mahlen sollte man nicht erwarten.
Espresso-Puristen: Nicht empfehlenswert. Rastende Verstellung, Scheibengröße und Feinstaubaufkommen bei feinen Einstellungen reichen für die Espresso-Justierung nicht aus. Frustration ist vorprogrammiert.
Komfortorientierte Käufer: Gute Wahl. Timerwählrad, niedriger Geräuschpegel, einfache Reinigung. Unkompliziert im täglichen Morgeneinsatz.
→ Siehe auch
- Der große Kaffeemühlen-Ratgeber (2026) — die richtige Mühle für die eigene Brühmethode finden
- Mahlwerk vs. Klingenmühle: Warum es für Ihren Kaffee wichtig ist — der Fall für ein Upgrade
- Die besten Kaffeemühlen unter 100 € (2026) — wo der Infinity Plus im Vergleich aller Budget-Optionen steht
Häufig gestellte Fragen
Ist der Capresso Infinity Plus für Espresso geeignet? Nein. Die 16 rastenden Stufen bieten im feinen Bereich nicht genug Auflösung, um die Espressoextraktion einzustellen, und die Mahlscheiben produzieren bei feinen Einstellungen mehr Feinstaub als eine dedizierte Espressomühle. Wer Espresso anstrebt, sollte den Baratza Encore ESP oder den Eureka Mignon Filtro als Einstiegspunkte in Betracht ziehen.
Was ist der Unterschied zwischen dem Capresso Infinity und dem Infinity Plus? Das Plus-Modell ergänzt einen metallbeschichteten Mahlgutbehälter (gegenüber Kunststoff beim Original) und einen leicht aktualisierten Mahlscheibensatz. Motor, Gehäuse und Verstellmechanismus sind identisch. Wer neu kauft, sollte den kleinen Aufpreis für das Plus in Kauf nehmen — der Metallbehälter reduziert die Statik spürbar.
Wie viele Gramm mahlt der Capresso Infinity Plus pro Sekunde? Bei mittleren Einstellungen (ca. Stufe 5–6) mahlt er ungefähr 1,5–2 Gramm pro Sekunde. Für eine 30-g-Drip-Dosis sind das rund 15–20 Sekunden am Timerrad. Einmal mit der Waage kalibriert, muss man nicht mehr darüber nachdenken.
Wie viel Kaffee verbleibt im Capresso Infinity Plus? Die Retention liegt bei etwa 0,5–1 g, was für den häuslichen Einzeldosenbetrieb akzeptabel ist. Kein Zero-Retention-Gerät, aber für eine 100-€-Mühle mit Bohnenbehälter-Design ist das typisch. Wer Spezialitätenkaffee nach Gewicht einzeln dosiert, sollte bedenken, dass die erste Dosis nach einem Bohnenwechsel noch Reste des vorherigen Kaffees enthält.
Wie laut ist der Capresso Infinity Plus? Bei Armlänge etwa 65 dB — ungefähr die Lautstärke eines normalen Gesprächs. Der getriebeuntersetzte Motor ist der Hauptgrund, warum er leiser ist als ähnlich preisige direktangetriebene Mühlen. Im nächsten Zimmer wird beim frühmorgendlichen Mahlen niemand aufgeweckt.
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